• Gibt es verschiedene Arten von Porzellan?

Man unterscheidet zwei Hauptarten von Porzellan, das Hart- und das Weichporzellan. Hartporzellan wird überwiegend auf dem europäischen Kontinent, Weichporzellan vorzugsweise in China, Japan und in England hergestellt.

• Was ist Hartporzellan?

Unser in Deutschland erzeugtes Porzellan ist vorwiegend Hartporzellan. Sein wesentliches Merkmal ist sein hoher Kaolinanteil (50%) und seine Feldspatglasur, die erst bei einer Temperatur von 1400 bis 1500 Grad Celsius ausschmilzt. Zu gleicher Zeit sintert (d.h. die Gefügeteilchen des Porzellans rücken ganz eng zusammen und verbinden sich miteinander) auch der darunter liegende Porzellanscherben. Daraus ergibt sich eine außerordentliche Oberflächenhärte der Glasur und die Festigkeit sowohl des Scherbens als auch der Glasur.

• Was ist Weichporzellan, auch Bone-China genannt?

Weichporzellan hat seinen Namen von dem 50 bis 60%igen Anteil von Knochenasche oder Phosphaten an der Masse, 15 bis 30% Pegmatit, ein Mineral, welches aus Quarz und Feldspat besteht, und Kaolin. Der Anteil an Kaolin ist also wesentlich niedriger als bei Hartporzellan, daher rührt auch die niedrigere Brenntemperatur des Porzellans. bone China wird gleich beim ersten Brand (Temperatur 1240 bis 1280 Grad Celsius) glatt gebrannt. Durch diese wesentlich niedrigere Brenntemperatur hat dieses Weichporzellan nicht die gleiche mechanische Festigkeit und Widerstandsfähigkeit wie Hartporzellan.

• Was ist Biskuitporzellan?

Biskuitporzellan nennt man Porzellan, das unglasiert gebrannt ist. Das fertig gebrannte Stück ist ebenfalls wasserundurchlässig, hat aber eine rauhe Oberfläche.

• Welche Festigkeit hat Porzellan?

Auf 1 qcm hat das Porzellan eine Druckfestigkeit von 5.000 kg oder anders ausgedrückt: man könnte einen voll beladenen Eisenbahnwagen von 10.000 kg auf eine 2 qcm große Porzellanfläche stellen, ohne daß diese zerbricht.

• Was versteht man unter Transparenz?

Transparenz gilt als das sicherste Kennzeichen echten Porzellans. Es müßte eigentlich Transluzens = Durchlässigkeit heißen, weil Transparenz Durchsichtigkeit bedeutet. Unter Transparenz versteht man hier den Durchschein bei Halten des Porzellans gegen das Licht. Je klarer und heller dieser Durchschein des Porzellans ist, um so besser ist das betreffende Porzellan.

• Altert Porzellan?

Man konnte trotz sorgfältigster Untersuchungen und eingehendster Prüfungen nicht feststellen, daß Porzellan, wie das bei vielen Materialien der Fall ist, altert. Das Porzellan behält sämtliche Eigenschaften, wie Härte, Dichte, Festigkeit, Glanz und Durchschein für alle Zeiten unverändert. Es ist ebenso korrosionsbeständig.

• Woraus besteht Porzellan?

Porzellan (Hartporzellan) wird aus rund 50 Teilen Porzellanerde (Kaolin), 25 Teilen Quarz und 25 Teilen Feldspat, die durch entsprechende Bearbeitung, Mahlung, Mischung und durch die Brände miteinander zu einem Ganzen verbunden werden, hergestellt.

• Wie werden die einzelnen Porzellanstücke hergestellt?

Teller und Tassen werden gedreht (überformt und eingeformt). Teller und andere Flachteile werden überformt. Die Rückseite wird durch die Schablone bzw. das Rollwerkzeug ausgeformt, während die Vorderseite von der Gipsform ausgeformt wird. Tassen und andere Hohlteile werden eingeformt. Die Innenseite wird von der Schablone, bzw. dem Rollwerkzeug, die Außenseite dagegen von der Gipsform gebildet. Kannen, Dosen, Gießer werden gegossen (Hohlguß). Platten, Salatschüsseln oder ähnliche Gegenstände werden, soweit sie oval oder viereckig sind, ebenfalls gegossen (Flach- bzw. Vollguß). Soweit sie rund sind, werden die letzteren allerdings gedreht. Figuren werden ebenfalls gegossen, jedoch nach Schwierigkeit in einzelne Teile zerlegt, die dann wieder zusammenmodelliert werden. So besteht z.B. der Weißkopfadler aus unserem Haus aus 25 verschiedenen Teilen. Sowohl für das Drehen, wie für das Gießen werden Formen aus Gips verwendet. Reliefs, wie z.B. bei den Biskuitvasen oder das Relief der Form Dubarry, sind bereits in der Gipsform eingelassen. Sie prägen sich dann beim Überformen, Eindrehen oder Gießen automatisch aus. Der Gips zieht das Wasser aus der feuchten Masse, dadurch schrumpft oder " schwindet " der Porzellankörper und läßt sich leicht aus der Form herausnehmen, bzw. abnehmen.

• Wann und warum erfolgt das Verglühen des Porzellans?

Nach dem Verputzen (dem Wegnehmen der scharfen, überstehenden Ränder, Gießnähte usw.) und Trocknen der ausgeformten Porzellangegenstände kommen sie im " lederharten " Zustand zum Teil in Kapseln in den Glühofen. Während des Verglühprozesses bei 900 - 1000 Grad Celsius verlieren die Porzellanrohlinge alles Wasser. Sie werden wohl härter und fester, bleiben aber porös. Sie sind jedoch nicht mehr deformierbar. Die verglühten Gegenstände werden durch Abstauben mit Preßluft gereinigt und erhalten meist schon jetzt die Fabrikmarke in Unterglasurfarbe aufgestempelt. So verarbeitet kommen sie in die Glasurstube zum Glasieren.

• Wie erfolgt das Glasieren von Porzellan?

Die dünnflüssige Glasur befindet sich in großen Wannen. Durch ständiges Rühren muß dafür gesorgt werden, daß sie sich nicht absetzt und dadurch entmischt. Die einzelnen Gegenstände werden in die wie Milch aussehende " Flüssigkeit " getaucht und in ihr geschwenkt. Der poröse Scherben saugt das Wasser aus der Glasur an, und die festen Teilchen bleiben wie ein mehliger Überzug auf seiner Oberfläche haften. Die Glasur muß jetzt wieder mit Hilfe von feuchten Schaumgummibändern von den Stellen entfernt werden, auf die das betreffende Stück während des Brandes gestellt wird.

• Wo wird das Porzellan gebrannt?

Porzellan wird in Tunnelöfen glatt gebrannt. Diese sind meist langgestreckte, tunnelförmige Öfen (ca. 80 m lang), in denen das Porzellan auf Spezialwagen sich der Feuerzone nähert, diese passiert, sie verlässt und sich dabei wieder langsam abkühlt. Diese Öfen nennt man " kontinuierliche Öfen ", weil sie ständig in Betrieb sind.

• Warum hat jeder Porzellangegenstand rauhe Stellen?

Das liegt in der Herstellungsweise begründet. Die Porzellanglasur wird während des Brandes zähflüssig. Jedes Stück würde an der betreffenden Stelle auf dem Spezialwagen anbacken, und nicht mehr oder nur noch beschädigt wegzunehmen sein. Deshalb wird an diesen Stellen, meist am Fuße, die Glasur mit Hilfe nasser Schaumgummibänder sorgfältig entfernt. Die Obertassen jedoch werden in den Qualitätsfabriken umgekehrt, also mit der Öffnung nach unten, auf dem oberen Rand gebrannt. Sie werden dabei auf ein Porzellanunterteil, eine sogenannte Bomse gestellt, die nach dem Brand wertlos ist. Dafür hat die Tasse einen glatten Fuß und ist einwandfrei rund. Die kleinen Unebenheiten des oberen Tassenrandes werden durch sorgfältiges Polieren vollständig ausgeglichen. Eine kleine, von den Laien kaum bemerkbare, aber immerhin doch teure Feinheit der Qualität.

• Was ist eine Inglasur?

Die im Siebdruck hergestellten Dekorbilder werden auf den bereits glatt gebrannten Scherben abgezogen (Abziehbild) oder vom Papier auf das Porzellan geschoben (Schiebebild). Die verwendeten Metalloxyde als Farben mit entsprechenden Flußmitteln versehen, sinken während des Schnellbrandverfahrens (60 - 120 Minuten bei 1200 - 1300 Grad Celsius) in die Glasur ein, werden von ihr umhüllt und umschlossen und sind sozusagen für alle Zeiten gegen normale mechanische und chemische Einflüsse geschützt.

• Was ist eine Aufglasur?

Die Aufglasurdekoration erfolgt auf dem glatt gebrannten Scherben. Maßgeblich für die Zusammensetzung der Farben ist, dass sie mit ihrem Schmelzpunkt unter dem Erweichungspunkt der Glasur liegen, d.h. bei einer Temperatur von ca. 750 - 900 Grad Celsius schmelzen. Während des Schmelzbrandes verbindet sich der Farbkörper fest mit der darunterliegenden Glasur.

• Wie lange sind Porzellandekore haltbar?

Inglasurdekore sind praktisch unangreifbar gegen äußere Einflüsse aller Art, denn sie liegen unter der harten Glasur oder sind in sie eingebettet, umhüllt und geschützt für alle Zeiten. Aufglasurdekore sind auf die Glasur aufgeschmolzen. Sie sind natürlicherweise angreifbarer und leichter verletzlich.

• Was versteht man unter Staffagen?

Staffagen sind Ausschmückungen der Henkel, Knöpfe und Ränder der einzelnen Artikel mit Farbe, Glanzgold, Silber oder Platin, die z.T. mit dem Pinsel in Handmalerei aufgetragen werden. Die reliefverzierten Stilservice, aber auch die glatten Service geben reichlich Gelegenheit, die Kunst der Staffage in vielen Variationen vorzuführen. Ihre sorgfältige und geschmackvolle Ausführung trägt viel dazu bei, die Wirkung der jeweiligen Form zu erhöhen.

• Was macht Porzellan zum idealen Speise- und Trinkgeschirr?

Erste Forderung an ein ideales Speise- und Tafelservice ist eine harte, möglichst glatte, undurchlässige und gegen mechanische Beanspruchung möglichst widerstandsfähige Oberfläche. Die hart gebrannte Porzellanglasur entspricht diesen Anforderungen: Sie ist praktisch unangreifbar durch alle Säuren oder Alkalien, wie sie im Normalhaushalt vorkommen. Sie ist auch durch ihre Härte schnitt-, ritz- und kratzfest. Sie nimmt kein Wasser auf und läßt kein Wasser durch. Das alles ermöglicht rasche und vollständige Reinigung nicht nur von allen Speise- und Getränkeresten, sondern auch von sonstigen Verunreinigungen. Porzellan ist nachgewiesenermaßen sogar bakterienfeindlich. Darüber hinaus ist Porzellan absolut geruchs- und geschmacksneutral, d.h. in Porzellan zubereitete Speisen und Getränke behalten ihr spezifisches Aroma und ihren Eigengeschmack hundertprozentig. Porzellan nimmt auch keinen Geruch oder Geschmack an.